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Moadib 26.02.2020 18:14 Hilfe zum Suizid darf nicht verboten werden  T A X
Das Bundesverfassungsgericht hat das Verbot der "geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung" in Paragraf 217 Strafgesetzbuch für nichtig erklärt. Der Staat und die Gesellschaft müssen akzeptieren, wenn Einzelne nicht mehr leben wollen. www.ard.de

Findet ihr dieses Urteil richtig?
 ·  Moadib 27.02.2020 18:45 Hilfe zum Suizid darf nicht verboten werden  « X
Grundsätzlich sehe ich das auch so. Wobei ich es angemessen finde, wenn der Gesetzgeber ein paar Hürden einbaut um Mißbrauch auszuschließen. Aber nicht so hoch das es wieder fast unmöglich wird.
Moadib 27.02.2020 18:49 Hilfe zum Suizid darf nicht verboten werden  « T A X
Das Gesetz hat auch viele Ärzte verunsichert. Geschäftsmäßigkeit konnte einem Arzt schon beim 2. mal der Hilfe unterstellt werden. Für einen Palliativmediziner bestand die Gefahr das er sich strafbar macht wenn er einen Vorrat an Morphium zur Schmerzlinderung verschreibt. Auch damit kann man sich ja umbringen.
sophisticate 28.02.2020 19:42 Hilfe zum Suizid darf nicht verboten werden  « T A X
Das hat sich mit dem aktuellen Urteil erledigt. Herr Spahn müsste seine zuständige Behörde jetzt auch anweisen, das todbringende Medikament unverzüglich an die Betroffenen, die es für sich eingeklagt haben, abzugeben. Tut er dies nicht, stellt er sich über das Gesetz.

Ich meine, dass Spahn zurücktreten muss, wenn er sich jetzt nicht an die Rechtsprechung hält - erst recht, wenn er gegen sein Gewissen handeln muss.

Immerhin ist er bereits an zwei Gesetzen gescheitert, die er initiiert hat (Organspende und Hilfe beim Suizid).
 ·  Moadib 29.02.2020 19:25 Hilfe zum Suizid darf nicht verboten werden  « X
Ich bin gespannt welche Tricks die sich einfallen lassen um dieses Urteil zu umgehen. Ob jetzt so hohe Hürde angesetzt werden, dass es fast unmöglich ist das Medikament zu bekommen.

Und wenn Herr Spahn meinte er müsse über richterliche Entscheidung stellen dann hätte er das auch öffentlich sagen müssen. Aber teilweise todkranken Menschen Anträge stellen lassen, obwohl Herr Spahn angewiesen hatte, dass alle Anträge abgewiesen werden sollen, finde ich schon sehr zynisch.

Abo 27.02.2020 15:23 Hilfe zum Suizid darf nicht verboten werden  « T A X
Eine ganz schwierige Ethikfrage. Außer Frage steht, dass jeder Mensch das Recht hat, seinem Leben ein Ende zu setzen. Aber hat ein Mensch auch das Recht, einen anderen Menschen zu bitten, ihm beim Suizid behilflich zu sein? Und darf diesem Wunsch dann in Form einer bezahlten Dienstleistung nachgegangen werden, die einen Menschen quasi per Kaufvertrag dazu verpflichtet? Das BVG hat dies gestern bejaht Ich persönlich mag diese Meinung nicht teilen. Was soll so ein Tod kosten? Was ist der Wert von Leben? Ganz schwierige Frage, die allenfalls ein Team von Experten treffen sollen dürfte, aber niemals ein einzelner Mensch allein.
Moadib 27.02.2020 18:43 Hilfe zum Suizid darf nicht verboten werden  « T A X
Ich denke man darf einen anderen Menschen um Sterbehilfe bitten. Es darf nur keine Verpflichtung, zum Beispiel für Ärzte, werden.
Solange ein Mensch wirklich ohne irgendwelche Beeinflussung selber entscheidet aus dem Leben zu gehen halte ich das für legitim. Die Hilfe dazu sollte aber kein Geschäftsmodell mit Werbung und Gewinnabsichten werden. Aber ich glaube da hat das Gericht dem Gesetzgeber Möglichkeiten mitgegeben, wie Wartezeiten und Beratungspflichten zum Beispiel.

Gestern im WDR Streitfall Sterbehilfe: Wer bestimmt über mein Ende
Bearbeitet am 27.02.2020 18:44 von Moadib 
abindieluft 16.03.2020 11:12 Hilfe zum Suizid darf nicht verboten werden  « T A X
Ich denke man darf einen anderen Menschen um Sterbehilfe bitten.

Das darfst du immer schon. Selbstmord (auch wenn es nicht um einen Fall einer schweren Erkrankung geht) ist nicht strafbar. Mithin ist auch die Beihilfe zum Selbstmord straffrei. Es gibt ein paar Ausnahmen: Garantenpflichten zum Beispiel, die etwa Erziehungsberechtigte oder zur Aufsicht Verpflichtete treffen; die dürfen nun mal ncht helfen, das Leben der von ihnen Betreuten zu beenden.
Das gekippte Gesetz sollte die geschäftsmäßige Beihilfe einschränken, weil es als unethisch empfunden wird, damit Geld zu machen. Zudem haben Ärzte die berufsmäßige Pflicht, Leben zu retten und nicht zu beenden. In dieser Grauzone sollte das Gesetz Klarheit schaffen.
Leider - wie sehr viele Gesetze der neueren Zeit - war es nicht sorgfältig gemacht. Heute geht vieles "Hopplahopp", und wenn's irgendwann hakt, wird halt nachgebessert. Bis man sich dazu entschließt, sind vielleicht werweißwieviele Existenzen vernichtet. Die mit Gesetzgebung Befaßten verschwenden ihre Energien in ausgefeilten geschlechtsneutralen Formulierungen und überflüssigen Begründungen zu (oft gar nicht in Betracht kommenden, aber verpflichtend abzuarbeitenden) Auswirkungen auf Verwaltungsstandards und rechtliche Gleichstellung etc. Das ist öffentlichkeitswirsam. Zukunftsweisende Inhalte treffend zu erfassen und zu formulieren, tritt da in den Hintergrund; mit der Nachbesserung kann sich die nächste oder übernächste Legislaturperiode befassen, und wer weiß schon, wer da das Sagen hat.... Außerdem, warum selbst nachdenken - das besorgen dann schon die Gerichte und geben die nötigen Hinweise.
Bearbeitet am 16.03.2020 11:14 von abindieluft 
 ·  Moadib 18.03.2020 17:47 Hilfe zum Suizid darf nicht verboten werden  « X
Zitat von abindieluft, 16.03.2020 11:12:27:

Ich denke man darf einen anderen Menschen um Sterbehilfe bitten.

Das gekippte Gesetz sollte die geschäftsmäßige Beihilfe
einschränken, weil es als unethisch empfunden wird, damit Geld zu machen.
Zudem haben Ärzte die berufsmäßige Pflicht, Leben zu retten und nicht zu
beenden. In dieser Grauzone sollte das Gesetz Klarheit schaffen.

Ja, das hatte nicht geklappt. Und für den Rest hat dann ja noch Herr Spahn gesorgt.

temptation 28.02.2020 22:28 Hilfe zum Suizid darf nicht verboten werden  « T A X
Was nutzt dann so ein Gesetz, wenn ich am Ende wieder nicht alleine entschieden kann / darf, Sterbehilfe in Anspruch zunehmen?

Ich bin erleichtert, dass das Gesetz abgesegnet ist.

Ich würde mein persönliches Umfeld ungern bitten, mir dabei zu helfen. Ich würde immer versuchen, das professionell zu regeln, über ein Hospitz oder Palliativstation / Zentrum.

Meine Schwester starb zu Hause, da gab es solche Einrichtungen noch nicht. Und wie Moadib schon schrieb, auch Morphium kann tödlich sein.
sophisticate 28.02.2020 23:56 Hilfe zum Suizid darf nicht verboten werden  « T A X
Da liegt offenbar ein Missverständnis vor: mit "nicht allein" meinte ich ein Gremium, z.B. gewerbsmäßige Institution ohne Gewinnabsicht u.ä. Es hängt bei Sterbehilfeorganisationen also nicht nur von einer Person ab, ob eine Suizidabsicht assistiert wird oder nicht.

Was Morphium angeht, hat das etwas mit unerträglichen Schmerzen zu tun. Aber es gibt eben auch ganz andere Gründe, die dazu führen, seinem Leben ein Ende machen zu wollen.

Das Urteil ist nicht nur für die Betroffenen ein Segen, sondern auch für Ärzte und Sterbehilfeorganisationen, die jetzt straffrei bleiben, wenn sie bestimmte Kriterien einhalten.
Bearbeitet am 28.02.2020 23:57 von sophisticate 
 ·  temptation 29.02.2020 13:53 Hilfe zum Suizid darf nicht verboten werden  « X
Zitat von sophisticate, 28.02.2020 23:56:54:

Da liegt offenbar ein Missverständnis vor: mit "nicht allein" meinte ich
ein Gremium, z.B. gewerbsmäßige Institution ohne Gewinnabsicht
u.ä. Es hängt bei Sterbehilfeorganisationen also nicht nur von einer
Person ab
, ob eine Suizidabsicht assistiert wird oder nicht.
Was ist daran ein Missverständnis? Offensichtlich, so entnehme ich es jetzt deinen Ausführungen, entscheiden auch andere darüber, nicht nur ich alleine. Was ist, wenn dieses Gremium mir keine Hilfe zur Selbsttötung assistiert? Ein Fremder kann doch das gar nicht beurteilen. Oder liege ich gedanklich total daneben?

Und jede Institutionen, erst recht gewerbliche, hat Gewinnabsichten. Umsonst wird ja keiner arbeiten.

Zitat von sophisticate, 28.02.2020 23:56:54:
Was Morphium angeht, hat das etwas mit unerträglichen Schmerzen zu tun. Aber es gibt eben auch ganz andere Gründe, die dazu führen, seinem Leben ein Ende machen zu wollen.
Ja natürlich hat das auch was mit Schmerzen zu tun, aber man kann die Dosis auch höher setzen und somit sterben. Manche sind einfach lebensmüde oder psychisch krank.

Zitat von sophisticate, 28.02.2020 23:56:54:
Das Urteil ist nicht nur für die Betroffenen ein Segen, sondern auch für
Ärzte und Sterbehilfeorganisationen, die jetzt straffrei bleiben, wenn sie
bestimmte Kriterien einhalten.
Da stimme ich dir uneingeschränkt zu!

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