www.spiegel.de/panorama/halle-saale-naechtliches-fahrverbot-fuer-maehroboter-gefahr-fuer-igel-a-629027a5-50c1-48e9-b312-f7c61681e821
Gefahr für Igel
Halle erlässt nächtliches Fahrverbot für Mähroboter
Mähroboter dürfen in Halle (Saale) künftig nachts nicht mehr unterwegs sein. Ihre scharfen Klingen können Igel und andere kleinere Tiere schwer verletzen. Andere Kommunen planen ähnliche Verbote.
Mähroboter dürfen in den Gärten von Halle (Saale) ab demnächst nur noch tagsüber genutzt werden. So sollen vor allem Igel besser geschützt werden. Ab dem 22. August gelte ein Fahrverbot zwischen 18 und 8 Uhr für Mähroboter, teilte die Stadt in Sachsen-Anhalt mit.
Bundesweit gebe es immer häufiger Igel, die von motorisierten Gartengeräten meist schwer verletzt worden seien. Studien hätten gezeigt, dass die Roboter Igel oft nicht sicher erkennen und umfahren könnten.
Auch in der Landeshauptstadt Magdeburg wird an einem solchen Verbot gearbeitet. Deutschlandweit gilt das Verbot auch schon in anderen Städten, beispielsweise in Köln oder Leipzig.
Wachsende Gefahr
Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin spricht von einem »ernsten Problem« für Igel. Die Tierart ist besonders geschützt. Seit dem vergangenen September sammelt und dokumentiert das Institut demnach Funde von Igeln mit Schnittverletzungen, die eindeutig auf Mähroboter zurückzuführen sind.
Die Daten stammen von Igelauffangstationen, die bislang mehrere Hundert solcher Fälle erfassten. Die Dunkelziffer an verletzten und getöteten Tieren sei sehr hoch. Zudem berichten die Igelstationen demnach von einem Anstieg der Fälle seit dem Frühjahr um 30 bis 50 Prozent. Dies stehe mutmaßlich mit den jährlich steigenden Absatzzahlen von Mährobotern in Zusammenhang.
Den Forschern zufolge können Mähroboter entgegen den Angaben vieler Hersteller kleine Tiere wie Igel nicht erkennen und verursachen meist gravierende Verletzungen. Die Geräte würden nicht selten nachts und unbeaufsichtigt eingesetzt. »Für Igel ist diese Konstellation fatal, denn sie suchen nachts nach Nahrung, flüchten nicht, sondern rollen sich zusammen und warten so Gefahren ab«, erklärte Anne Berger vom Leibniz-Institut.
Die Igelbestände sind rückläufig. 2020 wurde der Igel auf die Vorwarnliste der bundesdeutschen Roten Liste gesetzt. Mähroboter verbreitern den Experten zufolge das Gefahrenspektrum für diesen Kleinsäuger nun um ein weiteres Risiko. An technischen Lösungen für ungefährlichere Mähroboter werde zwar gearbeitet, man sei davon aber noch ein ganzes Stück entfernt.
Die Igelauffangstationen seien mit der Zahl und Schwere der Verletzungen überfordert. Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung drängt daher die Politik zum Handeln. Denkbar sei etwa eine staatliche Übernahme der Tierarztkosten oder ein Verbot des Betriebs von Mährobotern während der Nachtstunden in der Bundesartenschutzverordnung. Zudem müsse es mehr Aufklärungsarbeit geben.
Gefahr für Igel
Halle erlässt nächtliches Fahrverbot für Mähroboter
Mähroboter dürfen in Halle (Saale) künftig nachts nicht mehr unterwegs sein. Ihre scharfen Klingen können Igel und andere kleinere Tiere schwer verletzen. Andere Kommunen planen ähnliche Verbote.
Mähroboter dürfen in den Gärten von Halle (Saale) ab demnächst nur noch tagsüber genutzt werden. So sollen vor allem Igel besser geschützt werden. Ab dem 22. August gelte ein Fahrverbot zwischen 18 und 8 Uhr für Mähroboter, teilte die Stadt in Sachsen-Anhalt mit.
Bundesweit gebe es immer häufiger Igel, die von motorisierten Gartengeräten meist schwer verletzt worden seien. Studien hätten gezeigt, dass die Roboter Igel oft nicht sicher erkennen und umfahren könnten.
Auch in der Landeshauptstadt Magdeburg wird an einem solchen Verbot gearbeitet. Deutschlandweit gilt das Verbot auch schon in anderen Städten, beispielsweise in Köln oder Leipzig.
Wachsende Gefahr
Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin spricht von einem »ernsten Problem« für Igel. Die Tierart ist besonders geschützt. Seit dem vergangenen September sammelt und dokumentiert das Institut demnach Funde von Igeln mit Schnittverletzungen, die eindeutig auf Mähroboter zurückzuführen sind.
Die Daten stammen von Igelauffangstationen, die bislang mehrere Hundert solcher Fälle erfassten. Die Dunkelziffer an verletzten und getöteten Tieren sei sehr hoch. Zudem berichten die Igelstationen demnach von einem Anstieg der Fälle seit dem Frühjahr um 30 bis 50 Prozent. Dies stehe mutmaßlich mit den jährlich steigenden Absatzzahlen von Mährobotern in Zusammenhang.
Den Forschern zufolge können Mähroboter entgegen den Angaben vieler Hersteller kleine Tiere wie Igel nicht erkennen und verursachen meist gravierende Verletzungen. Die Geräte würden nicht selten nachts und unbeaufsichtigt eingesetzt. »Für Igel ist diese Konstellation fatal, denn sie suchen nachts nach Nahrung, flüchten nicht, sondern rollen sich zusammen und warten so Gefahren ab«, erklärte Anne Berger vom Leibniz-Institut.
Die Igelbestände sind rückläufig. 2020 wurde der Igel auf die Vorwarnliste der bundesdeutschen Roten Liste gesetzt. Mähroboter verbreitern den Experten zufolge das Gefahrenspektrum für diesen Kleinsäuger nun um ein weiteres Risiko. An technischen Lösungen für ungefährlichere Mähroboter werde zwar gearbeitet, man sei davon aber noch ein ganzes Stück entfernt.
Die Igelauffangstationen seien mit der Zahl und Schwere der Verletzungen überfordert. Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung drängt daher die Politik zum Handeln. Denkbar sei etwa eine staatliche Übernahme der Tierarztkosten oder ein Verbot des Betriebs von Mährobotern während der Nachtstunden in der Bundesartenschutzverordnung. Zudem müsse es mehr Aufklärungsarbeit geben.



