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Geschichte

Von der Urzeit bis zum kalten Krieg: Geschichte. Diskutiert über Vergangenes oder erzählt davon.

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Moadib 04.03.2021 17:55 Die BND-Akten über die Strafsache Eichmann  T A X

Am 11. April 1961 wurde in Jerusalem der Prozess gegen den SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann eröffnet. Die Medien werden den 60. Jahrestag zum Anlass nehmen, das Verfahren als „Jahrhundert-Prozess“ zu feiern, als wegweisend für Gerechtigkeit und Menschenrechte. Kritische Stimmen wurden und werden kaum laut. Ich frage deshalb: Ist die Strafsache Eichmann ein Grund zum Feiern oder Grund zum Schämen?
bierchen 04.03.2021 19:11 Die BND-Akten über die Strafsache Eichmann  « T A X
Allein die Tatsache, das die Bundesrepublik nicht wirklich mithalf, Eichmann dingfest zu machen - trotz etlicher Mitwisser in hohen und höchsten politischen Ämtern - lässt mich eher letzterem zustimmen.
Allerdings sollte man immer die zur damaligen Zeit aktuellen gesellschaftlichen Umstände mit einbeziehen. Ein verurteilen der Nichtaktivität nach heutigen Maßstäben ist m.E. unzulässig.
Bearbeitet am 04.03.2021 19:11 von bierchen 
clock 07.03.2021 06:37 Die BND-Akten über die Strafsache Eichmann  « T A X
Das Video ist schwer verdaulich..

Aber der BND wusste exakt wo sich das Bürokratenschwein aufhielt.

Da gibt es im Zusammenhang mit dem Prozess aber noch paar wichtige Sachen
www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/68641/50-jahre-eichmann-prozess-15-12-2011
Der Prozess – übertragen in Radio und Fernsehen – sorgte international für Aufsehen. Die Zeugenaussagen von Überlebenden trugen das Thema Holocaust an die Öffentlichkeit. Auch für Israel markierte er einen Wendepunkt. Waren die Nürnberger Prozesse noch von den Alliierten durchgeführt worden, machte nun Israel selbst einem Hauptverbrecher des Nationalsozialismus den Prozess. Bisher wurde der Holocaust in dem jungen israelischen Staat tabuisiert. "Eltern sprachen nicht mit ihren Kindern darüber, die Kinder trauten sich nicht, Fragen zu stellen.", so der israelischen Historiker Tom Segev. Dies änderte sich mit dem Prozess. Laut Segev hatte er für die Israelis eine therapeutische Funktion und ermöglichte eine institutionalisierte, kollektive Aufarbeitung der NS-Verbrechen.

Auch in der deutschen Öffentlichkeit weckte der Eichmann-Prozess ein größeres Interesse an der Aufklärung der NS-Verbrechen: Die Zahl der Anklagen stieg in Westdeutschland deutlich. Zu einer kontroversen Diskussion trug auch die Philosophin und Publizistin Hannah Arendt bei, die den Prozess als Pressekorrespondentin vor Ort verfolgte und ihre Beobachtungen in dem Buch "Eichmann in Jerusalem" veröffentlichte. Arendt polarisierte mit ihrer Charakterisierung der Verbrechen Eichmanns als "Banalität des Bösen". Mit ihrer Begriffsprägung wollte Arendt auf das Phänomen aufmerksam machen, dass "das Böse" Bestandteil einer unauffälligen Normalität sein kann: Ein Massenmörder konnte zugleich ordentlicher Beamter und liebender Vater sein.
Bearbeitet am 07.03.2021 06:39 von clock 
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