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Radio Confusion um Philip Dittberner & Marve - Wolke 4

Philosophie

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 ·  watzz 18.04.2020 13:09 Was tut der Philosoph wenn er philosophiert?  X
Liebe Philosophi,

die Frage was Philosophie eigentlich ist und wer dann ein Philosoph ist ist eine der häufigsten und erbittertsten umkämpften Fragen in vielen Philosophieforen.
War Einstein Philosoph oder Physiker? War Goethe auch Philosoph? Und Hawking? Oder Nachbar Schmitz?

Ich möchte einmal eine sehr einfachen Definitionsvorschlag machen, wer denn ein Philosoph ist und wann er es ist. Gehen wir mal schrittweise vor:

Wer ist ein Philosoph?
Derjenige der philosophiert.

Was ist philosophieren?
Der Entwurf oder die Analyse von Paradigmen.

Was ist ein Paradigma?
Eine bestimmte Art und Weise vorzugehen und Probleme zu formulieren.

Also ist ein Philosoph jemand, der sich mit der Art und Weise beschäftigt, wie Probleme gestellt und gelöst werden (z.B. in der Wissenschaft, in der Rechtsprechung oder dem täglichen Leben).
Bekannte Philosophien waren in der Regel die, die erfolgreich eine neue Art und Weise der Problemstellung entwickelt haben, also ein neues Paradigma, das sich in der Folgezeit verbreitet hat. Andere Philosophen analysieren bestehende Paradigmen.

Philosophie ist in erster Linie eine Tätigkeit, keine Personeneigenschaft. Ich glaube, dass ist sehr wichtig um Verwirrung zu vermeiden. Jemand kann heute Philosoph sein, morgen aber Physiker oder Bäcker. Manchmal sogar gleichzeitig.
Beispiele: So gilt Einstein zwar als Physiker, die Idee der Relativitätstheorie war aber eine philosophische Idee, die Ausgestaltung dann wieder physikalische Tätigkeit. Marx Idee gesellschaftliche Prozesse aus dem Blickwinkel von Kapital und Arbeit zu sehen, war eine philosophische Idee. Kants philosophischer Arbeit stand auch seine Entwicklungen zur Planetenentstehung gegenüber. Einerseits war er also Philosoph andererseits - und von heutiger Sicht aus sogar erfolgreicher - war er Physiker.

Also Philosophie ist eine Tätigkeit.

Das Hauptmittel dieser Tätigkeit ist die Argumentation. Und wie jede Tätigkeit kann man es besser oder schlechter machen.
Gütezeichen guter Argumentation sind imho:

  • Aussagekraft (werden interessante/verwirrende Themen behandelt?)
  • Originalität (Wird ein neuer Blickwinkel angeboten? Also ein neues Paradigma)
  • Attraktivität (Gibt es ein Versprechen einer Lösung oder besseren Verständnisses?)
  • Exoterik (ist die Argumentation verständlich/nachvollziehbar/logisch?)
  • Finitheit (Gibt es eine Lösung/Klärung)


Anmerkung:; Nehmen wir nur 3. und 4. und fügen eine Prämissensparsamkeit hinzu, haben wir eine Beschreibung der Wissenschaft.

Was meint ihr?

Viele Grüße
Watzz
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