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Politik

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Abo 28.12.2019 12:58 Unlimitierte Beschränktheit  T A X
Wer jemals auf der A4 an Aachen vorbei Richtung Niederlande oder Belgien unterwegs war, der wird festgestellt haben, wie sich die Fahrt plötzlich veränderte. Wenn sich bis zur Grenze alles knubbelt und man ständig unter Strom den Verkehr im Rückspiegel verfolgt, um zum nächsten Überholmanöver anzusetzen. Wenn dann von links hinten jemand anrauscht, um dann vor einem abzubremsen und die Lücke, in die man eigentlich wollte, zu blockieren, man sich dann doch noch am LKW vorbeischlängelt, während einem von hinten ein Audi im Nacken sitzt, der gerne durch einen hindurch fahren würde, aber nicht könnte, weil da noch andere Wagen vor einem schleichen. Dann wieder Gas, in die nächste Lücke rechts und vor dem nächsten LKW das gleiche Spiel von vorne. Man bleibt beschäftigt zwischen Rückspiegel, Gaspedal, vorausfahrenden Autos und Bremse.

Dann die Grenze und alles löst sich. Die ganze Anspannung fällt ab, die vielen Autos, die sich vorher drängten, verlieren sich im Fluss. Die Landschaft wird sichtbar, der Blick weitet sich und der Stress fällt ab. Wer denkt da noch, dass eine "freie Fahrt für freie Bürger" eine gute Idee sei? Wäre nicht eine stressfreie, gesunde Fahrt der Freiheit des Bürgers viel zuträglicher? Ist diese Art der Freiheit nicht pure Anarchie? Das Recht des Stärkeren?

Einmal ganz von den Auswirkungen auf das Klima abgesehen. Ich bin der Überzeugung: Wer ein Tempolimit ablehnt, der hat den Effekt eines Tempolimits noch nicht am eigenen Leib erlebt. Der hat auch noch nie mit Tempo 160 nachts ein Wildtier angefahren und glaubt daher fest daran, dass man doch zumindest nachts bei freier, stockdunkler Straße Gas geben könne. Mit diesem mangelnden Wissen glauben die Gegner eines Tempolimits fest an die Richtigkeit ihrer Annahmen. Sie liegen aber falsch, denn ihnen fehlt eben das Wissen.

Wenn davon ausgegangen wird, dass jährlich knapp 100 Menschen aufgrund von hoher Geschwindigkeit um Leben kommen, dann sind wohl jene Unfälle nicht berücksichtigt, die geschehen, weil zu wenig Abstand zum Vordermann gehalten wurde. Und dies aus dem Grund, weil man schneller fahren möchte, als er. Oder jene Unfälle, die durch starke Bremsmanöver vorausfahrender Wagen passieren. Aber bleiben wir bei den 100 Toten pro Jahr. Was, wenn morgen bekannt würde, dass jährlich 100 Menschen pro Jahr ums Leben kämen, nur weil es keine Geschwindigkeitsbegrenzung für E-Roller gäbe? Würde die Mehrheit deutscher Autofahrer auch die Freiheit zugestehen, so schnell zu fahren, wie sie wollen? Mit 80 km/h auf der Landstraße und ohne Helm? Sie würden den Vogel zeigen. Aber wer mit dem Finger auf andere zeigt, zeigt mit drei Fingern auf sich selbst.
 ·  Moadib 28.12.2019 15:26 Unlimitierte Beschränktheit  « X
Ich stimme dir voll und ganz zu. Besonders wie entspannt es sich bei einem Tempolimit auf der Autobahn fahren lässt.
 ·  ybacu 28.12.2019 21:26 Unlimitierte Beschränktheit  « X
da hast du einfach recht.
Solange die CSU für den Verkehr zuständig ist, wird da aber keine Vernunft einkehren.
Jabba 29.12.2019 17:20 Unlimitierte Beschränktheit  « T A X
In den letzten 5 Jahren meines Arbeitslebens habe ich für mich persönlich beschlossen, auf der Autobahn nur noch mit 90km/h zu fahren, auf Landstraßen wo bis 100 km/h möglich war ebenso. Ansonsten rigoros alle Tempolimits eingehalten, auch wenn manche mir den Vogel zeigten wenn sie mich überholten. In tempobegrenzten Zonen.
Dies half mir den Verbrauch meines Kfz. von Ø7,2 auf Ø6,8 Liter/100km zu senken.
Auslöser war dass der damals 5 Jahre alte Qashqai bei gleicher PS-Zahl eben mehr verbrauchte als der Primera, den ich zuvor fuhr. Der hatte auch 115 PC aus 1,8 Liter Hubraum, der Qashqai hat 1,6 Liter. Das macht ca. 500 rpm/min aus bei gleicher Geschwindigkeit, die der Quashqai mehr benötigte. bei ca. knapp 20.000 km im Jahr macht sich das bemerkbar, für den Geldbeutel allemal, für die Umwelt wohl auch. Und ich bin viel entspannter beim Fahren.
Heidekind 29.12.2019 19:07 Unlimitierte Beschränktheit  « T A X
@Abo, es ist gleich, ob du mit 160 oder 130 ein Reh erwischst. Auch bei 130 bleibt nix mehr davon über. Da ist das Verhalten des Fahrers eher das Ausschlaggebende. Ich hatte damals das Glück, dass der Fahrer, der mich gerade überholt hat, drauf gehalten hat. So ist uns beiden nichts passiert. Sein Auto war verbeult und wir mussten die Autos sehr gründlich reinigen... Wäre er beim Bremsen oder Ausweichen ins Schleudern geraten, säße ich jetzt wahrscheinlich nicht mehr hier.

@Jabba Fühlst du dich wirklich wohl, so als Hindernis auf der Autobahn? Ich meine, wenn du nicht gerade zwischen oder hinter LKW hängst? Mein Arbeitsweg geht über 2 Autobahnen und ein großes Autobahnkreuz. Oft auch am Sonntag, wenn keine LKW unterwegs sind. Da habe ich schon mehrfach Fast-Unfälle miterlebt, wenn plötzlich ein Wagen so langsam unterwegs war. Ich würde darin 1000 Tode sterben!

Nein, ich bin kein Raser, auch wenn ich mal schneller als 130 fahre. *formel1* Da hier aber überall Geschwindigkeitsbegrenzungen auf den Autobahnen sind, kommt es sehr selten vor.
Moadib 29.12.2019 19:15 Unlimitierte Beschränktheit  « T A X
Zitat von Heidekind, 29.12.2019 19:07:15:
@Abo, es ist gleich, ob du mit 160 oder 130 ein Reh erwischst. Auch bei 130
bleibt nix mehr davon über.

Eine Anmerkung dazu.
Mit 130km/h hast du einen Anhalteweg von ca. 123 m, bei 160 km/h von ca. 176m.
Also bei 130km/h ist die Wahrscheinlichkeit erheblich größer, dass du das Reh erst garnicht erwischt.
Heidekind 29.12.2019 20:08 Unlimitierte Beschränktheit  « T A X
Das ist ja das, was ich meinte. Der Anhalteweg ist im Prinzip egal, da Bremsen in den allermeisten Fällen die falsche Reaktion ist. Bremsen kommt nach diesem Erlebnis nur in Frage, wenn ich so langsam fahre, dass ich mir sicher sein kann, dass ich schnurgerade vor dem Tier zum Stehen komme. Als ich noch in Schleswig-Holstein gewohnt habe, bin ich abends langsam über die A21 gezockelt, da eigentlich fast immer irgendwelche 4-Beiner unterwegs waren. Dann ist ein kurzer Anhalteweg dann auch von Bedeutung. Aber wie gesagt, da bin ich auch keine 130 km/h gefahren.
Der Wildunfall, von dem ich oben geschrieben habe, fand allerdings am helllichten Tag mit Verkehr auf der A1 statt.

Nee, einen Elch möchte ich niemals nicht vor dem Auto haben... Hier sind mir die fetten Wildschweine schon suspekt.
clock 29.12.2019 20:26 Unlimitierte Beschränktheit  « T A X
Bei Dachs, Hase,,,,, bremse ich nicht.
Die hopsen lustig unter den Wagen lang.
Ab Dachs ist aber Unterbodenkontrolle notwendig.
Ab Reh wird es gefährlich.
Mein Vater ist mal ein Hirsch ( bei ca. 60 km/h) auf die Motorhaube gesprungen.
War noch ein Volvo mit Panzerstahl. Trotzdem Totalschaden...
Kleiner Denkanstoß.Die meisten Wildunfälle werden auch bei euch nicht auf der Autobahn stattfinden. Die sind in der Regel am besten gesichert gegen Wild.
Heidekind 29.12.2019 20:41 Unlimitierte Beschränktheit  « T A X
Bei der Frage, ob 130 km/h bei Wildunfällen was bringt, ging es aber um Autobahnen. Auf Landstraßen fahre ich ja sowieso nicht so schnell...vor allem nicht, wenn Wild zu erwarten ist.
Außerdem ist das mit der Sicherung sehr relativ. Das Reh auf der A1 kam nicht von der Autobahn runter, da dort Wildschutzzäune waren und ist wieder auf die Fahrbahn gelaufen. Auf der A21 spazierten die Rehe über die Auf- und Abfahrten auf die Bahn. Die Autobahnen zerschneiden ihre Reviere. An einigen Stellen gibt es ja diese Wildbrücken, aber ob das Wild sie annimmt, weiß ich nicht.

 ·  ybacu 29.12.2019 21:44 Unlimitierte Beschränktheit  « X
An der Physik führt kein Weg vorbei: Bremsen vermindert die kinetische Energie (und selbige hängt quadratisch von der Geschwindigkeit ab) und somit die Energie die beim Aufprall in Verformungsarbeit umgewandelt wird. Wir sind uns sicher einig das weniger Verformung besser ist als mehr.
Bearbeitet am 29.12.2019 21:56 von ybacu 

 ·  Abo 30.12.2019 12:34 Unlimitierte Beschränktheit  « X
Zitat von Heidekind, 29.12.2019 19:07:15:
@Abo, es ist gleich, ob du mit 160 oder 130 ein Reh erwischst.

Das ist klar. Mir ging es nur darum aufzuzeigen, wie schlecht der häufige Einwand von Tempolimitgegnern ist, dass man nachts auf freier Strecke doch wohl auch schneller fahren könne. Das Abblendlicht reicht 50 Meter. Eigentlich darf kein Autofahrer schneller fahren, als er gucken kann. Also dürfte er nachts nicht einmal schneller als 50 km/h fahren.
 ·  bierchen 29.01.2020 20:19 Unlimitierte Beschränktheit  « X
Wer Langsamfahrende als Hindernisse ansieht, zeigt, dass er anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber keinen Respekt hat. Ein Fall für eine MPU, Stichwort: Charakterliche Eignung.
Wenn dies fast zu einem Unfall führt, ist definitiv der Schnellfahrende verantwortlich. §1 StVO greift hier.

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